Über den Verein

Die Jüngste Geschichte

Die erste Saison nach der Aufnahme durch den Werler TV als Preussen TV Werl 1 sollte einen Neuanfang in jeder Hinsicht bedeuten. Nach der Zugehörigkeit zur Kreisliga A Soest sollte es unter dem bisherigen Trainer Thomas Hein in der Saison 1999/2000 wieder aufwärtsgehen. Und es ging aufwärts und dass mit einer Vehemenz, die von vielen erhofft und erwartet wurde. Neben zahlreichen Neuzugängen und talentierten Eigengewächsen wollten mit Manfred Wagner, Markus Früh, Thomas Hein und Volker Grahl gleich vier Spieler in Werl ihre fußballerische Karriere ausklingen lassen, die zusammen mit dem VfR Sölde in der Oberliga und mit LR Ahlen den Durchmarsch von der Bezirksliga in die Regionalliga erlebt hatten. Die Saison 1999/2000 nahm den erwarteten Verlauf. Zu dominant waren die Adlerträger, holten sich die Herbstmeisterschaft und, nachdem Thomas „Thommy“ Hein seinen Namensvetter im März 2000 als Trainer ablöste, auch am viertletzten Spieltag vorzeitig die Meisterschaft. Abgerundet wurde die Saison mit dem Gewinn des Doubles. Im Finale des Kreispokals setzten sich die Adlerträger mit 3:1 gegen SV Welver durch. Aufbruchsstimmung und gute Laune charakterisierten die Saison 2000/2001 in der Bezirksliga 9. Auch wenn Trainer Thomas Hein und der von Westfalia Rhynern zurückgekehrte Co-Trainer Andreas Kersting sich nicht in die Favoritenrolle drängen lassen wollten, ließ die Saison einiges erwarten. Die Adlerträger waren vorerst nicht zu stoppen und wurden im November 2000 vorzeitig Herbstmeister der Bezirksliga 9. Auch die Stadtmeisterschaft 2001 ging an Preussen TV Werl. Für rund 40 Minuten stand Preussen TV Werl am letzten Spieltag der Saison 2000/2001 in der Landesliga. Durch ein spätes Tor zum 2:1 beim SC Westünnen blieb der ATSV Ahlen in der Tabelle am letzten Spieltag vor den Adlerträgern, denen trotz eines 7:1 Erfolges gegen Westfalia Rhynern 2 nur die Vizemeisterschaft blieb.


In der Saison 2001/2002 sollte die Mannschaft dann nicht mehr an die herausragenden Leistungen der Vorsaison anknüpfen können. Sie bewegte sich durchweg im oberen Mittelfeld der Bezirksliga 9. Bundesweite Aufmerksamkeit in vielen Bild- und Printmedien verschaffte den Preussen im März 2002 ein Pilotprojekt, das von dem Werler Alberto Vuolo, der seinerzeit Bundesligastars wie Amoroso und Evanilson (beide BVB) oder Batista (Greuther Fürth) betreute, initiiert wurde. Junge brasilianische Fußballer sollten bei den Preussen durch ein dreimonatiges Trainingslager, das von brasilianischen Unternehmen gesponsert wurde, auf spätere, internationale Transfers vorbereitet werden. Trainer Thommy Hein freute sich über den Einsatz der „Ballzauberer“, zu denen mit u.a. Michele auch ein Bruder des Bundesligaprofis Ze Roberto gehörte.


Die Mannschaft gewann durch das Mitwirken der Brasilianer an Qualität und konnte Ostern 2002 in einem begeisternden Spiel vor großer Kulisse den Landesligisten Soester SV im Kreispokal mit 4:3 bezwingen. Im April 2002 schoben sich die Adlerträger auf Platz vier der Bezirksliga vor, bezwangen auch den Tabellenführer SG Oestinghausen auswärts mit 3:1. Das Kreispokalfinale gegen Oestinghausen ging kurze Zeit später allerdings knapp mit 2:3 verloren. Auch bei einem Test gegen den Zweitligisten LR Ahlen im Mai 2002 zog sich die Mannschaft trotz einer 2:7 Niederlage sehr achtbar aus der Affäre. Vorgabe von Trainer Hein und dem sportlichen Leiter Manni Wagner für die Saison 2002/2003 war ein Platz unter den ersten fünf in der Bezirksliga. Nach zwischenzeitlich Tabellenführung im November überwinterte die Mannschaft auf Platz zwei.


Im Dezember 2002 stellt der bisherige Trainer sein Amt zur Verfügung und wird von Spielertrainer Svestislaw Babic (zuvor SuS Scheidingen) als Spielertrainer abgelöst. Die Mannschaft beendet, nachdem der Kontakt zur Tabellenspitze Ende April 2003 abgerissen war, die Saison mit Tabellenplatz sieben. Die Ausrichtung für die Bezirksligasaison 2003/2004 orientierte sich nicht daran, aufsteigen zu wollen. „Sveti“ Babic wollte offensiv und erfolgreich spielen lassen, wobei wieder verstärkt Wert auf eine geschlossene Einheit gelegt werden sollte. Der Saisonverlauf erfüllte die Erwartungen. Die Babic-Elf überwinterte auf dem dritten Tabellenplatz. Im Januar wechselte der Brasilianer Flavio von den Preussen zum Zweitligisten VfL Osnabrück, der von Frank Pagelsdorf trainiert wurde und erhielt dort einen Zweijahresvertrag. Unter Pagelsdorf spielte Flavio später auch bei Hansa Rostock. In der Rückrunde 2003/2004 gelang es den Adlerträgern nicht, Kontakt zu den Aufstiegskandidaten zu halten und so beendeten die Werler die Bezirksligasaison als Tabellensechster.


In der Saison 2004/2005 standen gleich sechs Eigengewächse erstmalig im Bezirksliga-Kader unter Sveti Babic und dem neuen Co-Trainer Robert Preker, der zuvor die Reserve trainiert hatte. Das Saisonziel, frühzeitig den Klassenerhalt zu schaffen, erschien im Nachhinein zu vorsichtig formuliert. Die junge Mannschaft startete erfolgshungrig in die Saison und übernahm im Oktober 2004 überraschend sogar die Tabellenführung der Bezirksliga 9. In der Folgezeit musste die Mannschaft dem großen Aufwand Tribut zollen und rutschte nach vier Niederlagen bis zur herbeigesehnten Winterpause auf Platz neun ab.


Die Mannschaft fing sich zu Rückrundenbeginn 2005 und bescherte dem zu Saisonende scheidenden Trainer Sveti Babic mit einem 1:1 beim Meister SV 26 Heessen und einem 6:0 am letzten Spieltag gegen SuS Enniger einen siebten Tabellenplatz. Im Halbfinal-Krimi gegen den Landesligisten SG Oestinghausen mussten sich die Adlerträger nach großartigem Spiel erst im Elfmeterschießen mit 4:2 geschlagen geben. Neben Babic verließen im Sommer 2005 u.a. auch langjährige Leistungsträger der ersten Mannschaft wie Torwart Frank Schnell und Thomas Repetiuk den Verein.


Robert Preker übernahm die Rolle von Sveti Babic. Hinzu kamen Alexander Kostovski als Co-Trainer und Alberto Vuolo in der Funktion als Teammanager. Die „Zeit des Umdenkens bei Preussen unter bescheideneren Möglichkeiten“ war, so der Vorsitzende Siegfried Wiesenthal, eingeläutet und so wurde das Saisonziel entsprechend vorsichtig formuliert. Mit den Brasilianern Fernando Evangelista und Carlos De Oliveira wurde eine Bestätigung der Vorjahresplatzierung ins Auge gefasst. Im Vorfeld der Saison verglichen sich die Adlerträger mit der A-Jugend des Bundesligisten DSC Arminia Bielefeld. Das Spiel ging mit 5:2 an die Arminen. Nach gutem Saisonbeginn wartete auf die jungen Adlerträger ein besonderes Highlight. Am 30.08.2005 traf die Preker-Elf auf die A-Jugend-Bundesligaelf des BVB 09 Dortmund, die von Ex-Profi Heiko Herrlich trainiert wurde. Vor knapp 300 Zuschauern im Preussen-Park unterlagen die Werler mit 1:7. In der Meisterschaft bestand unerwartet von Beginn an Kontakt zur Tabellenspitze. Ab Oktober 2005 wurden die Erfolge weniger und die Mannschaft fand sich im Tabellenmittelfeld wieder. Mit einem 4:1 bei der Warendorfer SU überwinterten die Adlerträger schließlich auf Platz 10 der Bezirksliga 9. Die Abgänge des reaktivierten Torwarts Frank Schnell, von Danilo (zu Westfalia Rhynern) und der Rückzug von Alberto Vuolo ließ eine schwere Rückserie erwarten. Einen neuen Schub im Abstiegskampf versprachen sich die Verantwortlichen im April 2006 von Goran Kis, der das Traineramt des Tabellenzwölften vorzeitig übernahm. Der Abstiegskampf zwischen dem SC Lippetal und Preussen TV Werl wurde erst am letzten Spieltag der Saison 2005/2006 entscheiden, als die Adlerträger kurz vor Spielende mit 4:3 beim SV Hilbeck unterlagen, während dem direkten Abstiegskonkurrenten, dem SC Lippetal, gegen den feststehenden Aufsteiger, der SpVg Beckum, noch der 2:2 Ausgleich gelang. Die Folge war das Ende des brasilianischen Pilotprojekts und der bittere Gang in die Kreisliga A. Unter diesen Voraussetzungen musste sich Preussen TV Werl für die Saison 2006/2007 neu aufstellen. Mit Hubert Tadday wurde ein Spielertrainer verpflichtet, der schon einmal für Preussen aktiv war und nun den Neuaufbau einleiten sollte. Die mit dem Abstieg einhergehenden weiteren Spielerabgänge wurden in erster Linie mit Aktivisten aus den eigenen Reihen kompensiert. Die Mannschaft sollte, so der Abteilungsleiter Herbert Pfirschke, „ein Werler Gesicht“ bekommen. Die Aufgabe gestaltete sich erwartet schwierig. Die Mannschaft fand sich nur langsam, macht aber im Januar 2007 in der Halle auf sich aufmerksam, als sie sich im Finale lediglich dem Bezirksligisten SV Hilbeck geschlagen geben musste. In der Kreisliga A näherten sich die Adlerträger gefährliche nahe den Abstiegsplätzen und konnten sich erst wenige Spieltage vor Saisonende den Klassenverbleib sichern.


Zur neuen Saison 2007/2008 wurde mit Heiko Hofmann ein Trainer verpflichtet, der mit Robert Preker einen strukturierten Neuaufbau einleitete. Hauptaugenmerk wurde auf die Rückkehr talentierter Eigengewächse gelegt, was aber aufgrund bescheidener finanzieller Möglichkeiten nur eingeschränkt gelang. Hofmann war von dem Konzept der Jugend und dem der ersten Mannschaft überzeugt, sah sich aber kurz vor Saisonbeginn unerwartet mit zahlreichen Absagen von Spielern konfrontiert, die letztlich doch beim Stadtrivalen Türkgücü Werl blieben. Saisonziel war der sichere Verbleib in der Kreisliga A. Nach dem Pokal-Aus gegen den Bezirksligisten SV Welver im August 2007 mit 2:5 gelang ein Saisonstart, der die Erwartungen erfüllte. Die Mannschaft fand zusammen und belegte nach der Hinserie Platz sechs der Tabelle, rückte bis zur Winterpause sogar bis Platz vier vor. In der Rückserie trat die Hofmann-Elf jedoch auf der Stelle, rutschte ins Mittelfeld ab und beendete die Saison als Elfter.


Auf dem Turnier zum 100-jährigen Jubiläum des TuS Wickede im August 2008 präsentierte sich die Mannschaft unter Hofmann, der in sein zweites Jahr bei den Preussen ging, in guter Frühform. Sie unterlag im Finale dem Bezirksliga-Aufsteiger RW Westönnen erst in den letzten fünf Minuten unglücklich mit 0:2. Schon früh in der Saison zählte der Trainer die Mannschaft an, die ihr Leistungspotential nur sporadisch abrief und sich so den Weg nach oben verbaute. Guten Leistungen wie beim 4:3 am 2. Spieltag gegen den SC Sönnern folgten herbe Niederlagen. Der Saisonverlauf war von großen personellen Schwierigkeiten geprägt und so kündigte Hofmann Anfang Dezember 2008 das Ende seiner bisherigen Tätigkeit zum Jahresende an. Schnell wurde mit Lothar Jolk ein Nachfolger gefunden. Noch vor Beginn der Winterpause übernahm der neue Trainer das Ruder, um das Unternehmen Klassenerhalt in Angriff zu nehmen. Zunächst galt es, den arg dezimierten Kader zusammen zu halten und personell zu verstärken. Sowohl bei den Stadtmeisterschaften, als auch beim Warsteiner Masters, lief es besser als erwartet, eine Tendenz zum Besseren deutete sich an. Dies bestätigte sich auch in den Vorbereitungsspielen zur Rückserie, mit denen Trainer Lothar Jolk ebenso zufrieden war wie mit der personellen Aufstockung der Mannschaft. Der Start in die Rückrunde gelang mit einem 4:2 gegen Tabellennachbar Grün-Weiß Ostönnen. Nach einer ausgeglichenen Bilanz übernahm nach dem 25. Spieltag die sportliche Leitung Ralf Buddenberg und Dietmar Scholz interimsweise die Mannschaft auf Tabellenplatz 12. Zu diesem Zeitpunkt war der Klassenerhalt noch nicht gesichert. Am letzten Spieltag lagen die Adlerträger schließlich einen Punkt vor BW Büderich, die von Tabellenplatz 13 aus den Gang in die B-Kreisliga antreten mussten. Die Mannschaft war nach einer hektischen und turbulenten Saison gerade noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Mit Carsten Osthoff als neuem Trainer gingen die Preussen in die Saison 2009/2010. Mit neu aufgestelltem Vorstand sollten nun auch die Bedingungen für die erste Mannschaft verbessert werden. Zielvorgabe war ein einstelliger Tabellenplatz. Die Saison begann alles andere als optimal. Erst im fünften Spiel gelang der Osthoff-Elf mit einem 3:2 bei Blau-Weiß Eickelborn der erste dreifache Punktgewinn. In der Hinserie erwies sich der Kader als nicht stark genug, um Ausfälle von Leistungsträgern zu kompensieren. Der 14. Tabellenplatz zur Halbzeit der Saison ließ Erinnerungen an die Vorsaison aufkommen. Entgegen dem Trend der Vorjahre spielten die Adlerträger in der Folgezeit eine bessere Rückrunde. Durch einen 4:2 Sieg bei der TSG Soest-Süd Anfang Mai 2010 rückte die Osthoff-Elf auf Tabellenplatz elf vor, der die Endplatzierung der Saison 2009/2010 bedeutete.


Unter dem bisherigen Trainer starteten die Preussen in die Saison 2010/2011. Erneut bot die Mannschaft ein personell stark verändertes Bild, so dass sie Zeit brauchte, sich zu finden. Und diese Zeit schien ihr davon zu laufen, denn mit gerade mal drei Punkten aus den ersten acht Spielen belegte sie Anfang Oktober 2010 den letzten Tabellenplatz. Erst Mitte Oktober 2010 deutete sich eine Wende zum Besseren an, als innerhalb von acht Tagen mit einem 2:0 gegen Bad Sassendorf und einem 3:2 beim Soester SV die ersten Punkte eingefahren wurden. Die Verantwortlichen sahen Handlungsbedarf und so wurde das direkte Umfeld der ersten Mannschaft neu aufgestellt. Neuer Trainer wurde Norbert Lorant und Carsten Osthoff übernahm die Funktion des sportlichen Leiters, in der er sich, zusammen mit dem neuen Trainer, in erster Linie der Erweiterung des Kaders widmete. Die Handschrift des Trainers zeigte sich kurze Zeit später. Mit dem 3:2-Erfolg gegen den Bezirksliga-Absteiger RW Westönnen Anfang November 2010 sollte eine Wende zum Besseren eingeläutet werden, nicht zuletzt, weil die Neuzugänge Mirko Nadolny, Philipp Zaremba, Mike Jerwan und Alexander Schilling endlich auch effektive Verstärkungen darstellten. Selbstvertrauen holte sich die Mannschaft im Winter durch einen 2:1-Testspielsieg gegen den Landesligisten SG Oestinghausen und insbesondere durch den Gewinn der Werler Stadtmeisterschaft 2011. Während der gesamten Vorbereitung auf die Rückserie 2010/2011 stand endlich ein ausreichend großer und qualitativ guter Kader zur Verfügung. Die Vorzeichen für eine erfolgreiche Rückrunde waren gegeben. Eine Rückrunde, die bereits als Vorbereitung für die Saison 2011/2012 dienen soll, in der es nach langen Jahren wieder möglich sein soll, um den Aufstieg in die Bezirksliga mitzuspielen.